Selbstdarstellung

Die Geschichte

Gegründet wurde der Verein im Februar 2002. Er entstand aus einem internationalen Projekt von Mitarbeitern des Jugendwerks der Arbeiterwohlfahrt, der Streetwork Fulda und Studenten der FH Fulda.

Die Vereinsgründung war die logische Konsequenz aus mittlerweile 18 Jahren privatem, vor allem von der Arbeiterwohlfahrt und der Stadt unterstütztem Engagement für dieses Land in Europa. So können die Aktiven denn auch schon auf zahlreiche große und kleine Erfolge zurückblicken, die schon vor der Vereinsgründung realisiert werden konnten, faktisch aber von denselben Leuten in die Tat umgesetzt wurden.

Wie sah nun dieses Engagement in den Anfangsjahren aus?

Es wurden Hilfsgüter für rumänische Kinder und Erwachsene, Waisenhäuser, Altenheime und andere Institutionen gesammelt und vor Ort verteilt. Daneben unterstützten wir durch Hilfstransporte, Baumaterialspenden, Workcamps und eine Spendenkampagne unter dem Titel “Haste mal ‘ne Mark” in Cluj-Napoca (ehemals Klausenburg), Rumäniens zweitgrößter Stadt, den Aufbau des „Happy Kids“ Kindergartens. Der Kindergarten, der zweisprachig geführt wird (Rumänisch – Englisch und Rumänisch – Deutsch) und modernste pädagogische Ansätze in seinem Erziehungskonzept verwirklicht, war damals der erste private, zweisprachige Kindergarten im Land und ist heute Modellprojekt für ganz Rumänien.

Als dieses Projekt auf eigenen Beinen stand, wandten wir uns neuen Aufgaben zu und wurden dort aktiv, wo von der Mitgliederstruktur des Vereins her der Interessenschwerpunkt liegt. Die meisten Vereinsmitglieder sind Studenten oder Absolventen der Fachhochschule Fulda, Fachbereich Sozialwesen, und in der Jugendarbeit tätig. Insofern war es logisch, dass der Verein auch in Rumänien nach kompetenten Partnern aus diesem Bereich suchte. Zur allgemeinen Überraschung mussten wir feststellen, dass da niemand war. Also wurden Kontakte zu dem gerade erst neugegründeten Fachbereich Sozialwesen an der Universität Cluj geknüpft und es gelang, im Rahmen eines Fachkräftaustausches mit Studenten einen Partnerverein mit Namen PROTIN (pro tineret = “Für die Jugend”) zu gründen.

Hilfe zur Selbsthilfe

PROTIN war die erste soziale Organisation, die sich in der Großstadt Cluj-Napoca um die Belange benachteiligter Jugendlicher in sozial schwachen Vierteln kümmerte. Bis heute leistet er durch gezielten und regelmässigen Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch mit dem deutschen Verein Pionierarbeit auf dem Gebiet: Ein Jugendclub entstand, im Rahmen von Schulsozialarbeit sorgen die PROTIN-Vereinsmitglieder für Aufklärung über Themen, mit denen die Jugendlichen sonst allein gelassen werden und über PROTIN haben in jedem Jahr einige Jugendliche die Gelegenheit in einem Jugendaustausch mit deutschen Jugendlichen erste internationale Kontakte zu knüpfen und einmal über den eigenen Tellerrand zu blicken – auch auf den Mythos vom “goldenen Westen” wirkt das meist sehr heilsam. Davon abgesehen ist der Verein Partner der Universität Cluj und Studenten des Fachbereichs können ihre Praktika in unserem Verein ableisten, eine Regelung, die nicht zuletzt enorme Zuwachsraten mit sich bringt, denn viele bleiben dabei. Als größtes Zukunftsprojekt schwebt den beiden Vereinen in Zusammenarbeit mit der Stadt Cluj-Napoca der Bau eines Jugendzentrums für benachteiligte Jugendliche vor.

Vereinsarbeit

Was zeichnet die erfolgreiche Vereinsarbeit von YouRoPa aus?

  1. Sie basiert auf dem ehrenamtlichen Engagement unserer Mitglieder (mittlerweile zählen wir über 70 Mitglieder),
  2. unsere Hilfsprojekte stopfen keine Löcher, die nach unserer Abreise wieder aufreißen, sondern setzten gezielt auf Hilfe zur Selbsthilfe, wobei auch sehr hilfreich ist, dass
  3. unsere Kontakte nach Rumänien keine informellen, diplomatischen Beziehungen, sondern gewachsene Freundschaften zu ganz außergewöhnlichen Menschen sind, somit die Hilfe also immer dort ankommt und verwendet wird, wo sie hin soll,
  4. außerdem profitiert der Verein selbst, aber auch diverse Partnerorganisationen hier in Deutschland, sei es nun das Jugendwerk der AWO oder die Stadt Fulda, vor allem in der Arbeit mit benachteiligten Jugendlichen und sogenannten Problemfällen von unserem Vereinsengagement in Rumänien, so dass keine Rede davon sein kann, dass nur die deutsche Seite diejenige sei, die etwas zu geben hat. Im Gegenteil, die positive Wirkung einer Reise nach Rumänien auf so manchen jugendlichen Lebenslauf, ist eine Tatsache, und
  5. der Verein kann das große kreative Potential seiner Aktiven ausschöpfen, um die Vereinsziele in der Bevölkerung publik zu machen. So hat YouRoPa gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt, der Stadt Fulda und der Fachhochschule Fulda im Oktober 2005 zum 15-jährigen Jubiläum des Engagements in Rumänien eine Rumänische Kulturwoche im Landkreis Fulda gestemmt, die 23 Veranstaltungen umfasste, von Konzerten mit fantastischen rumänischen Musikern über Lesungen mit preisgekrönten rumänischen Autoren, Podiumsdiskussionen u.a. mit der Europa-Politikerin Barbara Weiler, bis zu Filmvorführungen, kulinarischen Entdeckungsreisen, einem Maskenball unter dem Motto “Transsylvanien ist überall” u.v.m. In diesem Jahr fand zum fünften Mal ein Benefizkonzert regionaler Bands statt und der Verein hat 2006 nach einigen Renovierungsarbeiten sein Vereinsheim in der Langebrückenstraße eröffnet. Seit 2005 hat der Vorstand die Arbeit des Vereins auch auf das Land Peru fokussiert.

Der Verein ist korporatives Mitglied bei dem Jugendwerk der Arbeiterwohlfahrt Nordhessen und wird von dessen Revisoren geprüft. Er ist als gemeinnützig und als Träger der Jugendhilfe beim Amt für Jugend und Familie in Fulda anerkannt.