Selbstdarstellung

Die Geschichte

Gegründet wurde der Verein „YouRoPa e.V.“ im Februar 2002. Er entstand aus einem internationalen Projekt von Mitarbeitenden des „Jugendwerks der Arbeiterwohlfahrt (JW AWO)“ und der „mobilen Jugendarbeit/Streetwork“ der Kinder- und Jugendförderung im
Amt für Jugend und Familie der Stadt Fulda sowie engagierten Studierenden der Hochschule Fulda (damals noch Fachhochschule Fulda).

Die Vereinsgründung war die logische Konsequenz aus damals bereits 18 Jahren privatem, vor allem von der „Arbeiterwohlfahrt (AWO)“ und der Stadt Fulda unterstütztem Engagement für Rumänien. So konnten die Aktiven damals bereits auf zahlreiche große und kleine Erfolge zurückblicken, die schon vor der Vereinsgründung realisiert werden konnten. Die Vereinsbezeichnung „YouRoPa“ trägt als Abkürzung für „YouthRomanianPartnership“ bereits die enge Verbindung zu Rumänien in seinem Namen.

Wie sah nun dieses Engagement in den Anfangsjahren aus (1989-2002)?

Bereits kurz nach dem Fall des Ost-Blocks/Warschauer Pakts in Europa und dem Ende des Regimes des rumänischen Diktators Ceaușescu 1989 wurden Hilfsgüter für rumänische Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Waisenhäuser, Altenheime und andere Institutionen gesammelt und vor Ort in Rumänien verteilt. Daneben unterstützten die Aktiven der Gründergeneration durch Hilfstransporte, Baumaterialspenden, Workcamps und eine Spendenkampagne unter dem Titel “Haste mal ‘ne Mark” in Cluj-Napoca, Rumäniens zweitgrößter Stadt, den Aufbau des „Happy Kids“ Kindergartens. Der Kindergarten, der zweisprachig geführt wird (Rumänisch/Englisch und Rumänisch/Deutsch) und modernste pädagogische Ansätze in seinem Erziehungskonzept verwirklicht, war damals der erste private, zweisprachige Kindergarten im Land und ist heute immer noch Modellprojekt für ganz Rumänien.

Als dieses Projekt auf eigenen Beinen stand, entwickelte „YouRoPa“ neue Aufgaben sowie Kooperationen und wurden dort aktiv, wo die Schwerpunkte und Kompetenzen der Mitglieder des Vereins lagen. Viele Vereinsmitglieder sind Studierende oder Absolventen der Hochschule Fulda, Fachbereich Sozialwesen und Sozial- und Kulturwissenschaften und in der praktischen Jugendarbeit tätig. Aus dieser Perspektive war es naheliegend, dass der Verein auch in Rumänien nach kompetenten Partnern aus diesem Bereich suchte. Zur allgemeinen Überraschung musste Anfang der 2000er festgestellt werden, dass es in Cluj-Napoca keine vergleichbaren Akteure und Institutionen gab. Daher wurden 2002 Kontakte zu dem gerade erst neugegründeten Fachbereich „Departamentul de Asistență Socială“ (Sozialwesen) an der „Babeș-Bolyai-Universität“ in Cluj-Napoca geknüpft und es gelang, im Rahmen eines Fachkräfteaustausches mit rumänischen Studierenden einen Partnerverein mit Namen „PROTIN“ (pro tineret = “Für die Jugend”) zu gründen.

PROTIN: Hilfe zur Selbsthilfe (2002-2013)

„PROTIN“ war die erste soziale Organisation, die sich in der rumänischen Großstadt Cluj-Napoca um die Belange benachteiligter Jugendlicher in sozial schwachen Stadtvierteln kümmerte. Durch gezielten und regelmässigen Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch mit „YouRoPa“ leistete der rumänische Partner Pionierarbeit auf diesem Gebiet der sozialen Arbeit. Im Rahmen der Kooperation entstand in Cluj-Napoca ein Jugendclub, im Rahmen von Schulsozialarbeit sorgen die „PROTIN“-Vereinsmitglieder für Aufklärung über Themen, mit denen die Jugendlichen sonst allein gelassen werden und über „PROTIN“ hatten viele Jahre einige rumänische Jugendliche die Gelegenheit in einem Jugendaustausch mit deutschen Jugendlichen erste internationale Kontakte zu knüpfen und einmal über den eigenen Tellerrand zu blicken – auch auf den Mythos vom “goldenen Westen” wirkte das meist sehr heilsam. Davon abgesehen war der Verein Partner der „Babeș-Bolyai-Universität“ und Studierende des Fachbereichs „Departamentul de Asistență Socială“ konnten ihre Praktika in Fulda unter Kooperation von „YouRoPa“ mit Erfolg absolvieren.  Der Partnerverein „PROTIN“ stellte 2013 seine Arbeit in Cluj-Napoca leider ein.

In Fulda war in dieser Zeit ein auch wichtiger Meilenstein die Eröffnung des Vereinsheims „Underground“ im Jahre 2006 nach langen Renovierungs-arbeiten in der Langebrückenstraße eröffnet.

Neue Kooperationen in Cluj-Napoca (seit 2013)

Die bisherigen Kooperation und freundschaftlichen Beziehungen des Vereins „YouRoPa“ aus über 20 Jahren waren 2013 Ausgangspunkt für den Aufbau neuer internationaler Projekte. So wurden von 2013 bis heute Jugendbegegnungen von Fulda nach Cluj-Napoca realisiert werden.
Im Sommer 2018 konnte nach langer Vorbereitung gemeinsam mit der Babeș-Bolyai- Universität in Cluj-Napoca/Rumänien das erste „International Social Work Summer Camp“ (ISWSC) stattfinden. Studierende der Hochschule Fulda (Fachbereich Sozialwesen und Sozial- und Kulturwissenschaften) und der Babeș-Bolyai-Universität (Departamentul de Asistență Socială) haben in gemeinsamen Workshops und im Austausch mit lokalen Fachkräften der Sozialen Arbeit, Gemeinsamkeiten und Herausforderungen der Sozialen Arbeit in Deutschland und Rumänien erarbeitet und neue Grundlagen für gemeinsame internationale Projekte und Kooperationen geschaffen.

Als konkrete Projekte wurden identifiziert und vereinbart:

  1. Aufbau eines Jugendtreffs in Cluj-Napoca/Rumänien als Ort für offene Jugendarbeit, mobile Jugendarbeit, Jugendberufshilfe, Gemeinwesenarbeit, soziale Projektarbeit und soziale Beratung. Träger wird ein von Studierenden der Sozialen Arbeit neu gegründeter Partnerverein von „YouRoPa e.V.“ in Cluj-Napoca.
  2. Aufbau einer „International Student Community of Social Work“ als Plattform zur Weiterentwicklung der Sozialen Arbeit in Fulda und Cluj-Napoca.

Vereinsarbeit

Was zeichnet die erfolgreiche Vereinsarbeit von YouRoPa aus?

  1. Sie basiert auf dem ehrenamtlichen Engagement der Vereinsmitglieder (mittlerweile zählt YouRoPa über 70 Mitglieder),
  2. alle Hilfsprojekte sollen „keine Löcher stopfen“, die nach der Abreise wieder aufreißen, sondern setzten gezielt auf Hilfe zur Selbsthilfe, wobei auch sehr hilfreich ist, dass
  3. die Kontakte nach Rumänien keine informellen, diplomatischen Beziehungen, sondern gewachsene Freundschaften zu ganz außergewöhnlichen Menschen sind, somit die Hilfe also immer dort ankommt und verwendet wird, wo sie hin soll.
  4. Außerdem profitiert der Verein selbst, aber auch diverse Partnerorganisationen hier in Deutschland, sei es nun das Jugendwerk der AWO oder die Stadt Fulda, vor allem in der Arbeit mit benachteiligten Jugendlichen und sogenannten Problemfällen vom Vereinsengagement in Rumänien, so dass keine Rede davon sein kann, dass nur die deutsche Seite diejenige sei, die etwas zu geben hat. Im Gegenteil, die positive Wirkung einer Reise nach Rumänien auf so manchen jugendlichen Lebenslauf, ist eine Tatsache, und
  5. der Verein kann das große kreative Potential seiner Aktiven ausschöpfen, um die Vereinsziele gesellschaftlich publik zu machen. So hat „YouRoPa“ gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Stadt Fulda und der Hochschule Fulda im Oktober 2005 zum 15-jährigen Jubiläum des Engagements in Rumänien eine „Rumänische Kulturwoche“ im Landkreis Fulda organisiert, die 23 Veranstaltungen umfasste, von Konzerten mit fantastischen rumänischen Musikern über Lesungen mit preisgekrönten rumänischen Autoren, Podiumsdiskussionen u.a. mit der Europa-Politikerin Barbara Weiler, bis zu Filmvorführungen, kulinarischen Entdeckungsreisen, einem Maskenball unter dem Motto “Transsylvanien ist überall” u.v.m.

Der Verein ist korporatives Mitglied im Jugendwerk der Arbeiterwohlfahrt (JW AWO) Nordhessen und wird von dessen Revisoren geprüft. Er ist als gemeinnützig und als Träger der Jugendhilfe beim Amt für Jugend und Familie in Fulda anerkannt.